Top Leistung bei Challenge Roth
gegen ärztlichen Rat

Beim größten Triathlonwettbewerb Europas, der Challenge Roth, konnte ich mit einer Topleistung aufwarten. Nach eher bescheidener Schwimmleistung gefolgt von einer grundsoliden und pacekontrollierten Radperformance konnte ich mich selbst mit meinem persönlich schnellsten Marathon sogar einer sub9 Zeit, Gesamtplatz 26 und AK-Sieg belohnen.

Älterwerden schützt vor Leistung nicht

Ich bin mittlerweile 45 Jahre alt, habe mit dieser Leistung meinen bisher schnellsten Langdistanztriathlon absolviert und bin damit auch meinen bisher schnellsten Marathon gelaufen. So fit wie ich heute (wieder) bin, habe ich mich mit 25 Jahren nicht fühlen können. Mich plagten damals erhebliche körperliche Beschwerden, vor allem im Rückenbereich. An Triathlontraining war nicht zu denken.

Genau 20 Jahre ist es her, dass ich in meiner damaligen Heimat mit meinen Beschwerden Hilfe in einem Reha-Zentrum suchte. „Sie haben einen Körper wie ein alter Mann! Ich würde mit Triathlon aufhören! Ich habe auch mit Leistungssport aufhören müssen! Wenn Sie weitermachen sind sie mit 40 Invalide! Sie werden sich damit abfinden müssen!“, hörte ich damals aus dem Mund des Arztes, der mich einer kurzen manuellen Funktionsanalyse unterzog. Für mich waren das mentale Todesurteile.

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Ich habe ausschließlich auf mich gehört und mich mit dieser Tatsache (?) nicht abgefunden. Außerdem hatte ich gerade mein Studium zum Diplom Sporttherapeuten begonnen. Während der folgenden Jahre war ich die ganze Zeit am Grübeln, was die eigentliche Ursache für meine Problematik ist, probierte unzählige Therapieformen aus und wurde zweimal an der Bandscheibe operiert. Ich bin in meiner Verzweiflung sogar zu einem Wunderheiler gefahren. Nach Beendigung meines Studiums ergab sich während der Jobsuche die Möglichkeit der Ausbildung „Zur Anmessung Neuromuskulär wirksamer Einlagen“ (Podologische Einlagen) mit anschließender Anstellung. Ich recherchierte Hintergrundwissen zu dieser Methode und ahnte, dass dies für meine Problematik aber auch für meinen beruflichen Werdegang so etwas wie eine Weichenstellung sein könnte.

Mittlerweile arbeite ich seit über einem Jahrzehnt in diesem Bereich und dies durchaus sehr erfolgreich. Wichtiger als dieser Erfolg sind aber die Kenntnisse und Erkenntnisse, die ich durch die tägliche Arbeit bzw. Analyse Schritt für Schritt gewinnen konnte. Eine sehr wichtige Erkenntnis ist: Niemand ist zu alt für irgendetwas. Die mich am meisten verärgernde „Diagnose“ – altersgerechte Abnutzung. Wer bitte legt fest in welchem Alter Schäden am Körper normal und endgültig sind? Dies kann lediglich eine rein strukturelle Bewertung des menschlichen Körpers bzw. Bewegungsapparates sein. Ich finde man macht es sich damit zu einfach. Es wird trotz modernster medizinischer Errungenschaften fast ausschließlich auf das Symptom bzw. den schmerzhaften oder meinetwegen degenerierten Teil des Körpers geschaut und am Ort des Schmerzes oder der Pathologie behandelt. Die Ursache wird nicht behandelt und der Patient mit seinem Problem alleine gelassen.

Immer wieder stellen sich Patienten bei mir vor, die ähnliche „mentale Todesurteile“ erhalten haben.  Da wäre bspw. eine Patientin, die etwas älter ist als ich. Sie ist sportlich und vital, hat sich ihr Leben lang viel bewegt, hat aber seit einiger Zeit Schmerzen in beiden Fußballen. Urteil ihres Behandlers: „In Ihrem Alter läuft man nicht mehr!“. Diagnose: Plattfüße. Therapievorschlag: Orthopädische Einlagen wegen komplettem pes planus (Plattfüße). Ein simpler Blauabdruck ergibt: Das ganze Gegenteil – Hohlfüße.

Anderes Beispiel: Wozu steckt man einen Bandscheibenpatienten in Orthopädische Schuhe, obwohl dies alles andere als zielführend ist? Nicht zu vergessen, die psychische Wirkung einer solchen Intervention. Wichtig wäre doch bspw. sensomotorische Stimulation gelenkübergreifender Muskelketten statt Fixierung und Stabilisation. Das kostet obendrein den Krankenkassen viel Geld. Geld, welches für andere Diagnose- oder Therapieformen benötigt werden würde. Warum gesteht man dem Körper (auch einem alten) nicht zu, dass dieser, natürlich nach Beseitigung der Ursache(n), in der Lage ist degenerierte Gelenke, Knochen, Knorpel usw. wieder zu regenerieren? Dazu braucht er vor allem natürliche Bewegung.

Der Schmerz liegt oft weit weg von der Ursache

Meine eigenen Beschwerden konnten erst dann erste nachhaltige Linderung erfahren als ich, entgegen der Meinung meiner bisherigen Zahnärzte, meinen Aufbiss habe genau analysieren lassen. Es stellte sich tatsächlich eine Dysfunktion heraus. Und nach ca. 4-5 Tagen Tragen einer Zahnregulierung reduzierten sich das erste Mal nach 12 Jahren (!) meine Ischialgien im linken Bein. Ich war also auf dem richtigen Weg.  In der Folge verbesserte sich mein körperlicher Zustand sukzessive. In all der Zeit habe ich nie aufgehört meinen Körper „wiederherzustellen“.  Erst vor wenigen Wochen wurde mein Gebiss komplett in eine Situation gebracht, die auch meinen ganzen Körper ins richtige Lot bringt. All die Zeit führe ich nebenher regelmäßige Übungen zur Kräftigung und Mobilisation vor allem der Hüft-/Beckenregion, des Rumpfes, der Beinachsen und der sie verbindenden Gelenke durch und achte auf Schuhwerk, welches natürliche Geh- und Laufbewegungen zulässt statt verändert.

Mit 25 Jahren habe ich mich nicht so locker und beweglich gefühlt wie jetzt. Mit 40+ habe ich in den vergangenen 5 Jahren meine Marathonzeit im Triathlon trotz des „hohen Alters“ immer weiter verbessert. Nicht zuletzt weil ich wieder beweglicher geworden bin.

Was wäre gewesen, wenn ich den Ratschlägen des Arztes vor 20 Jahren gefolgt wäre?